KOMMIT und das Thema Social Media auf der MKWI 2014

Vom 26.-28.02.2014 fand in Paderborn die diesjährige Multikonferenz Wirtschaftsinformatik statt, auf der sich alle zwei Jahre führende Experten aus Wissenschaft und Industrie über aktuelle Trends und Forschungsergebnisse der Informations- und Kommunikationstechnologien und ihren Anwendungen im ökonomischen Umfeld austauschen. Das KOMMIT-Team war auf der Konferenz mit gleich zwei Vorträgen im Umfeld Social Media und dessen Einsatz im Unternehmen vertreten.

Im Vortrag "A Social and Personalized Learning Platform for Vocational Social Media Education" (siehe auch Tagungsband S. 820ff) stellten Christina Di Valentin (DFKI) und Michael Schmidt (IMC) die Ideen, Konzepte, Anwendungsfälle und technischen Innovationen des Sozialen Navigators vor, einer Webplattform, welche Auszubildenden die Chancen, Risiken und Fertigkeiten zur zielgerichteten Nutzung von Social Media im Berufsalltag näher bringt und zudem Lehrern sowie Ausbildern Informationen und Methoden zur Vermittlung von Social Media Fertigkeiten im Ausbildungsprozess näher bringt.

Im zweiten Vortrag, "Konzeption eines Collaborative Filtering Algorithmus für E-Learning Szenarien" (Tagungsband S. 2123ff), stellten Anton Bißbort und Christina Di Valentin (beide DFKI) die Konzeption und Evaluation eines Collaborative Filtering-Algorithmus vor, der bei der Generierung von Such- und Empfehlungsergebnissen kurzfristige Interessensänderungen von Nutzern berücksichtigt. Dieser Algorithmus soll im Rahmen des Sozialen Navigators zum Einsatz kommen, da insbesondere Lernszenarien von einer häufigen Interessensänderung geprägt sind. Die Arbeit wurde im Rahmen des "Student Track" vorgestellt und ist sowohl beim Publikum als auch bei den Gutachtern der Arbeit auf ein sehr großes Interesse gestoßen.

Auch über unsere eigenen Vorträge hinaus war das Thema Social Media prominent auf der Konferenz vertreten. In der Vortragsserie „CSCW (Computer-supported Cooperative Work) and Social Computing“ wurden insgesamt 13 Vorträge zu wissenschaftlichen Arbeiten angeboten, die innovative Einsatzmöglichkeiten von digitalen Kollaborationswerkzeugen – im Unternehmensumfeld und darüber hinaus – untersucht und evaluiert haben. Die Themen der einzelnen Vorträge waren breit gefächert, Beispiele umfassen die zielgerichteten Schaffung von Anreizsystemen zur Stärkung der Motivation der Teilnahme in Sozialen Netzwerken, Erfolgsmessung in Sozialen Netzwerken, Anforderungsanalysen für den Einsatz von Sozialen Medien im Unternehmensumfeld sowie die zielgerichtete Nutzung existierender Social Media Kanäle in verschiedenen Anwendungsfällen. Im Internet steht der Tagungsband mit den wissenschaftlichen Veröffentlichungen frei zur Verfügung, zu vielen der Vorträgen sind auch die Vortragsfolien aus dem Konferenzprogramm und aus der Liste der Beiträge heraus verlinkt.

Als Beispiel sei hier auf einen interessanten Ansatz für den Einsatz von Social Media in der verteilten Softwareentwicklung verwiesen, der im Vortrag „Ein integrierter Mikroblogging-Ansatz zur Unterstützung verteilter Softwareentwicklungsprojekte“ der Wirtschaftsinformatik-Gruppe der Universität Mannheim vorgestellt wurde: hier wurde ein Microblogging-Service in die Entwicklungsumgebung Eclipse integriert, mit dessen Hilfe sich Programmieren kontextbezogen direkt über Code-Fragmente austauschen und unterstützen können, um bei der Entwicklung von gegenseitigem Wissen und Fähigkeiten zu profitieren.